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Zeiterfassung mit Microsoft Teams: Wie Teams ihre Arbeitszeit wirklich erfassen

Microsoft Teams bietet keine eigene Zeiterfassung. Wie du Arbeitszeit trotzdem sauber erfasst, welche Optionen es gibt und worauf Teams bei der Wahl achten sollten.

CKvon Christian King6 Min. Lesezeit

Microsoft Teams hat keine eingebaute Zeiterfassung. Wer in Teams-Umgebungen die Arbeitszeit seiner Mitarbeitenden sauber erfassen will, braucht ein eigenständiges Tool. Dieser Beitrag erklärt, was Teams bietet, was fehlt und wie Zeiterfassung neben Teams in der Praxis funktioniert.

Viele Teams nutzen Microsoft Teams täglich für Kommunikation, Meetings und Dateien. Irgendwann stellt sich die Frage: Kann ich dort auch Arbeitszeit erfassen?

Die kurze Antwort: Nein.

Microsoft Teams ist ein Collaboration-Tool, kein Zeiterfassungssystem. Das ist kein Fehler – es sind schlicht zwei verschiedene Kategorien von Software.

Trotzdem ist der Wunsch verständlich. Wenn das Team schon täglich in Teams ist, wäre es schön, Zeiterfassung dort abzuwickeln. Was das in der Praxis bedeutet und welche Optionen es gibt, schauen wir uns hier an.

Was Microsoft Teams für die Zeiterfassung bietet

Technisch gesehen bietet Microsoft 365 einige Features, die im weitesten Sinne mit Zeit zu tun haben:

Anwesenheitsstatus: Teams zeigt, ob jemand verfügbar, im Meeting oder abwesend ist. Das ist kein Zeitnachweis, sondern ein Live-Status.

Microsoft Shifts: Shifts ist ein Schichtplanungs-Tool innerhalb von Teams, das vor allem für Frontline-Worker gedacht ist. Du kannst dort Schichten planen und Verfügbarkeiten verwalten. Aber: Shifts erfasst keine Projektzeit, keine Aufgaben, keine Pausen in der gesetzlich relevanten Form und keine auswertbaren Reports für die Lohnabrechnung.

Microsoft Planner / Tasks by Planner: Aufgaben können in Teams über den Planner verwaltet werden. Du siehst, wer an was arbeitet – aber nicht, wie lange.

Viva Insights: Im Microsoft-365-Ökosystem gibt es Viva Insights, ein Tool zur Analyse von Arbeitszeit, Meetings und Kollaborationsverhalten. Es zeigt Muster auf Basis von Kalender- und Kommunikationsdaten. Für eine rechtssichere Arbeitszeiterfassung mit Projektzuordnung ist es aber nicht ausgelegt.

Fazit: Nichts davon ist eine echte Zeiterfassung im Sinne von Start, Ende, Pause, Dauer, Projektzuordnung und Exportfunktion für Lohnabrechnung oder Projektcontrolling.

Warum Zeiterfassung für Teams-Nutzer trotzdem wichtig ist

Das liegt nicht am Tool. Es liegt am deutschen Arbeitsrecht.

Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2019 und dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts (BAG) von 2022 sind Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, die tatsächliche Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden vollständig zu dokumentieren.

Das gilt auch dann, wenn das Team in Microsoft Teams arbeitet, remote sitzt oder flexible Arbeitszeiten hat. Das Kommunikationstool ändert nichts an der Pflicht.

Was dokumentiert werden muss:

  • Beginn und Ende der Arbeitszeit
  • Pausen
  • tatsächliche tägliche Arbeitszeit
  • bei Projektzeiterfassung: Zuordnung zu Kunden und Projekten

Diese Anforderungen erfüllt Microsoft Teams nicht. Dafür brauchst du eine eigenständige Zeiterfassungs-App.

Drei Ansätze für Zeiterfassung neben Microsoft Teams

1. Eigenständige Web-App mit Browser-Zugriff

Die einfachste Lösung: Eine Zeiterfassungs-App, die im Browser läuft. Mitarbeitende öffnen sie neben Teams, wenn sie Zeit erfassen wollen – oder erfassen am Ende des Tages.

Vorteile:

  • Keine Installation im Teams-System nötig
  • Kein Abhängigkeit von Microsoft-App-Richtlinien
  • Flexibel einsetzbar auf allen Geräten
  • Einfache Administration: ein Account für alle

Nachteil: Der Wechsel zwischen zwei Apps kann vergessen werden. Gut gelöst wird das durch eine Kalenderansicht, die Zeiterfassung in den natürlichen Arbeitsfluss integriert.

2. Teams-App-Integration

Einige Zeiterfassungs-Tools bieten eine direkte Integration als Tab oder App in Microsoft Teams an. Die Idee: Du verlässt Teams nie, du trackst direkt dort.

In der Praxis ist das ein zweischneidiges Schwert:

  • Der Aufwand für IT-Administration (App-Freigabe durch Admin, Deployment) ist nicht gering
  • Nicht jede Teams-Umgebung erlaubt externe Apps
  • Die Oberfläche im Teams-Tab ist oft eingeschränkt gegenüber der vollen Web-App
  • Wechselt das Team das Kommunikationstool, muss auch die Zeiterfassung umgestellt werden

Für viele Teams ist die App-Integration letztlich nicht wertvoller als eine Tab-Browseröffnung.

3. Kalenderbasierte Zeiterfassung

Ein anderer Ansatz: Statt Zeiterfassung in Teams zu bringen, bringt man Zeiterfassung in den Kalender. Wer seinen Arbeitstag ohnehin im Microsoft Kalender oder Google Kalender plant, kann Zeiten dort direkt erfassen und einem Projekt zuordnen.

Das passt besonders gut für Teams mit:

  • viel Meeting-lastiger Arbeit
  • klarer Kalenderplanung
  • Projekten, die sich gut in Zeitblöcke aufteilen lassen

Fluentime verwendet diesen Ansatz: Zeitblöcke werden im Kalender angelegt, Projekten und Kunden zugeordnet und direkt ausgewertet.

Was eine gute Zeiterfassungs-App für Teams-Nutzer können muss

Wenn du Microsoft Teams als Kommunikationsplattform verwendest, sollte deine Zeiterfassungs-App folgende Punkte erfüllen:

Plattformunabhängig: Sie läuft im Browser, auf Windows, Mac, iPhone und Android. Niemand aus dem Team ist ausgeschlossen.

Einfache Zeiteingabe: Kein komplex verschachteltes Interface. Mitarbeitende können ihren Track in wenigen Sekunden starten oder manuell eintragen.

Projektzuordnung: Jede Zeiterfassung ist einem Kunden, Projekt oder Vorgang zugeordnet – nicht nur einer Person und einem Datum.

Teamberichte: Führungskräfte oder Projektverantwortliche können sehen, wie viele Stunden das Team auf ein Projekt gebucht hat – ohne alle einzeln zu fragen.

Export: Stundennachweise, Lohnabrechnung, Rechnungsvorbereitung – alles muss exportierbar sein.

Datenschutz: Besonders in deutschen Unternehmen wichtig. Daten sollten DSGVO-konform gespeichert sein.

Mobile Nutzung: Mitarbeitende sind nicht immer am Rechner. Eine iPhone- oder Android-App gehört dazu.

Typischer Workflow neben Microsoft Teams

So sieht Zeiterfassung neben Teams im Alltag oft aus:

Morgens: Mitarbeitender öffnet seinen Kalender und sieht seinen Tagesplan mit Meetings aus Teams und Aufgaben.

Während des Tages: Bei jeder Aufgabe oder jedem Projekt wird eine Zeiterfassung gestartet – per Timerstart oder später manuell eingetragen.

Meetings in Teams: Das Meeting taucht im Kalender auf. Die Dauer wird automatisch oder manuell als Meeting-Zeitblock erfasst, dem entsprechenden Kunden zugeordnet.

Am Tagesende: Ein kurzer Blick auf den Tag, fehlende Einträge ergänzen, fertig.

Weekly/Monatlich: Der Projektleiter oder die Teamleiterin lädt den Report herunter – nach Projekt, Mitarbeitendem oder Kunde aufgeschlüsselt.

Dieser Workflow funktioniert vollständig ohne eine direkte Teams-Integration. Die beiden Tools laufen nebeneinander, ohne sich gegenseitig zu stören.

Arbeitszeiterfassung vs. Projektzeiterfassung in Teams-Umgebungen

Ein wichtiger Unterschied, der in der Praxis oft vermischt wird:

Arbeitszeiterfassung dokumentiert, wann eine Person angefangen und aufgehört hat zu arbeiten, mit Pausen. Das ist der gesetzliche Mindeststandard.

Projektzeiterfassung geht weiter: Sie ordnet Zeiten bestimmten Kunden, Projekten oder Aufgaben zu. Das ist für die Abrechnung, das Projektcontrolling und die Rentabilitätssteuerung wichtig.

Für Teams in Agenturen, Beratungen oder IT-Dienstleistungen braucht es in der Regel beides: Arbeitszeiterfassung für den gesetzlichen Nachweis und Projektzeiterfassung für die Unternehmenssteuerung.

Microsoft Teams adressiert weder das eine noch das andere. Beides muss über ein eigenständiges Tool laufen.

Microsoft Teams vs. eigenständige Zeiterfassung: Ein direkter Vergleich

Funktion Microsoft Teams (nativ) Eigenständige Zeiterfassungs-App
Arbeitszeiterfassung
Projektzuordnung
Stundenreports
Lohnabrechnung-Export
Schichtplanung Shifts ✓ (je nach Tool)
Mobile Nutzung
DSGVO-konform (DE) ✓ (je nach Setup) ✓ (je nach Anbieter)

Was beim Einführen von Zeiterfassung neben Teams zu beachten ist

1. Akzeptanz im Team sichern: Zeiterfassung wird akzeptiert, wenn sie schnell geht und niemanden bevormundet. Eine schwerfällige App erhöht den Widerstand. Zeige dem Team, warum die Daten sinnvoll sind – für Projektplanung, Auslastungssteuerung und Rechnungen, nicht zur Kontrolle.

2. Klare Erfassungsregeln definieren: Wer erfasst was? Gilt Meeting-Zeit als Projektzeit? Wird Fahrzeit erfasst? Klare Regeln reduzieren Rückfragen.

3. Pilotphase mit einem Team: Statt sofort alle einzuführen: Mit einem Pilotteam starten, Feedback einholen, dann ausrollen.

4. Admin-Aufwand minimieren: Ein Tool, das sich selbst verwaltet (Einladungen per E-Mail, einfache Rollenvergabe), ist besser als eines, das IT-Einsatz erfordert.

Fazit

Microsoft Teams macht viele Dinge gut: Kommunikation, Video-Meetings, Dateiverwaltung, Aufgaben. Zeiterfassung gehört nicht dazu – und das ist in Ordnung, weil es nicht seine Aufgabe ist.

Für eine rechtssichere Arbeitszeiterfassung und ein sinnvolles Projektcontrolling brauchen Teams-Nutzer ein eigenständiges Zeiterfassungs-Tool, das einfach neben Teams läuft.

Die gute Nachricht: Solche Tools müssen nicht in Teams integriert sein, um gut zu funktionieren. Ein einfacher Workflow im Browser oder auf dem Smartphone reicht. Was zählt, ist, dass die Daten vollständig, korrekt und auswertbar sind.

Mehr dazu, wie Zeiterfassung für Teams insgesamt funktioniert und was bei der Tool-Wahl wichtig ist, findest du in unserem Beitrag zur Zeiterfassung für Teams.

Häufige Fragen

Hat Microsoft Teams eine eingebaute Zeiterfassung?

Nein. Microsoft Teams enthält keine Funktion zur Arbeitszeiterfassung. Es gibt Aufgabenverwaltung über Planner und Anwesenheitsstatus, aber keine Zeiterfassung im eigentlichen Sinne.

Wie kann ich Zeiterfassung mit Microsoft Teams nutzen?

Du verwendest eine eigenständige Zeiterfassungs-App neben Teams. Viele Tools laufen im Browser oder als mobile App und fügen sich in deinen Arbeitsablauf ein, ohne Teams-Integration zu benötigen.

Gibt es Zeiterfassungs-Apps für Microsoft Teams?

Ja, einige Tools lassen sich als Teams-App installieren. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, wie zentral Teams in deinem Arbeitsalltag ist – und ob du Zeiterfassung dort haben willst oder lieber getrennt.

Ist Zeiterfassung in Deutschland für Teams Pflicht?

Ja. Seit dem EuGH-Urteil von 2019 und dem deutschen BAG-Beschluss von 2022 sind Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden vollständig zu erfassen. Das gilt unabhängig vom genutzten Kommunikationstool.

Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Shifts und einer Zeiterfassungs-App?

Microsoft Shifts ist ein Schichtplanungs-Tool. Es zeigt, wer wann eingeplant ist, aber erfasst keine tatsächliche Arbeitszeit mit Projektzuordnung, Reports oder Nachweisen für Lohnabrechnung.

Funktioniert Fluentime mit Microsoft Teams?

Fluentime läuft als eigenständige Web-App und iPhone-App. Eine direkte Teams-Integration ist nicht notwendig – du wechselst zum Erfassen kurz zu Fluentime oder trackst im Kalender, der optional mit deinem Microsoft Kalender synchronisiert werden kann.

Mit Fluentime Zeit einfach erfassen

Fluentime funktioniert unabhängig von deinem Kommunikationstool – ob Microsoft Teams, Slack oder E-Mail. Du erfasst Zeiten direkt im Kalender, per Spracheingabe oder manuell. Projekte, Kunden, Reports und AI-Features laufen im Browser und auf dem iPhone. Ideal für Teams, die bereits Microsoft 365 nutzen und eine eigenständige Zeiterfassung suchen, ohne App-Wirrwarr im Teams-Kanal.

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Über den Autor
Christian King

Christian King ist Gründer von Fluentime. Er schreibt über Zeiterfassung, Produktivität und wie KI die Arbeit moderner Selbstständiger und Teams verändert.